Die Isländer gehen auch auf dem Finanzmarkt ihren ganz eigenen Weg. So haben sie in einer Volksabstimmung die Schuldenrückzahlungen für die Icesave-Bank abgelehnt. 58 Prozent hatten sich gegen eine Rückzahlung ausgesprochen.
Island ist nicht nur geografisch eine Besonderheit, sondern auch bei der Regelung der Finanzmärkte. So wurde bereits zum zweiten Mal bei einer Volksabstimmung die Schuldenrückzahlungen für die Icesave-Bank abgelehnt. Rund 58 Prozent der Befragten lehnten den ausgehandelten Kompromiss mit der Großbritannien und der Niederlanden ab, was natürlich für die Regierung einen entscheidenden Rückschlag bedeutet. Diese hatte zuletzt fieberhaft an einer Aufnahme Islands in die EU gearbeitet, was jetzt natürlich unendlich schwerer wird.
Island: Keine staatliche Entschädigung von Icesave-Kunden
Die Bevölkerung Islands sieht nicht ein, dass man für die spekulativen Anlagen ausländischer Kunden bei der Icesave-Bank aufkommen wird. Insgesamt handelt es sich wohl um ein Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro, für das Großbritannien und die Niederlande im Rahmen der Finanzkrise aufgekommen sind. Deutsche Banken hatten sich damals nicht an den Auslagen beteiligt und sind somit von der Abstimmung der Isländer nicht betroffen.
Für Islands Wirtschaft könnte der aktuelle Aufschwung ins Stocken geraten, wenn man sich für eine Rückzahlung entschieden hätte. Diese Meinung vertreten zahlreiche Wirtschaftsexperten des Landes. Dennoch ist die Abstimmung umstritten wie selten zuvor.